Informationsplattform
ländlicher Raum und Landentwicklung

Dorfschätze im westlichen Steigerwald

Neun Gemeinden zeigen gemeinsam ihre Werte

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Ansprechparter
Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze
Vorsitzender Bürgermeister Dr. Werner Knaier
Geschäftsführerin Inge Thomaier
Balthasar-Neumann-Straße 14
97353 Wiesentheid

Tel.: 0 93 83 / 90 94 95
Fax: 0 93 83 / 90 94 96
dorfschaetze@wiesentheid.de
http://www.dorfschaetze.de
Kernthemen
Energiewende/Klima
Miteinander
Interkommunale Zusammenarbeit

Kurzporträt

Seit 2007 arbeiten die neun Gemeinden Abtswind, Castell, Großlangheim, Kleinlangheim, Prichsenstadt, Rüdenhausen, Schwarzach am Main, Wiesenbronn und Wiesentheid in der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) „Dorfschätze“ zusammen. Die Gemeinden liegen im Landkreis Kitzingen etwa 30 km östlich von Würzburg. Naturräumlich im westlichen Steigerwald gelegen, politisch im Regierungsbezirk Unterfranken, leben hier etwa 18.500 Menschen. Die Gemeinden sind geprägt durch den Weinanbau, zahlreiche Baudenkmälern und die überall sichtbare Verwendung des örtlichen Natursteins.

Die Probleme einer älter werdenden Bevölkerung und die Erkenntnis, dass gemeinsames Marketing im Tourismus mehr bewegt, war der ursprüngliche Anlass für die interkommunale Zusammenarbeit. Das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken unterstützte die Gemeinden bei der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit durch das Angebot einen ILE Prozess einzuleiten. Bald kristallisierten sich die weiteren Handlungsfelder Wirtschaftsraum, Ankommen und Erholen, Kulturlandschaft, Identität und Zusammenarbeit sowie lebenswerte Orte heraus, mit dem Ziel, die Attraktivität der neun Teilnehmer-Gemeinden nach innen und außen zu erhöhen.

Meilensteine

Bereits 2003 hatten sich acht der neun Gemeinden zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam für den Tourismus zu werben. Bald wurde der Begriff „Dorfschätze“ geprägt, und mit Schwarzach ab 2006 waren die Kooperationsgemeinden komplett.
Weitere Meilensteine waren
  • Gemeinsames Marketing mit Logo, Flyer etc. und Entstehung des Begriffs „Dorfschätze“ (2005)
  • ILE-Startseminar an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim (2006)
  • Integrierte Ländliche Entwicklung „Dorfschätze“ mit Begleitung des ALE Unterfranken (2007)
  • Anordnung von Verfahren der Ländlichen Entwicklung (Dorferneuerung und Flurneuordnung) durch das ALE Unterfranken
  • Einrichtung einer ILE-Geschäftsstelle (2007)
  • Gründung Arbeitskreis „Dialog der Generationen“ mit Vorträgen, gemeinsamen Aktionen und gelebter Nachbarschaftshilfe (2009)
  • Regionale Wirtschaftsmesse „Kleine Frankenmesse“ (2010)
  • Dorfschätze-Zeitschrift zweimal jährlich (seit 2008)
  • Weitere Strategie-Seminare an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim (2011, 2014)
  • „Gartenschätze“: Beteiligung an der Kleinen Gartenschau in Kitzingen (2011) mit bleibenden Projekten in den Gemeinden
  • Hochwasserschutz Schritt 1: Gewässerentwicklungsplan für alle Gemeinden (2012)
  • Bürgerbefragung zum Wohnen auf dem Land (2013)
  • Erstmals in Unterfranken: Energiekonzept mit Unterstützung des ALE Unterfranken (2013)
  • Jährliche Energie Tour mit regionalen best-practice-Beispielen (seit 2013)
  • Evaluierung der ARGE Dorfschätze im Rahmen einer Masterarbeit (2013)
  • Einrichtung der kostenfreien Buslinie „Dorfschätze-Express“ (2013)
  • Aktualisierung des ILEK unter großer Bürgerbeteiligung (2015)
  • Kernwegenetzkonzept zur Erhaltung und Ausbau ländlicher Kernwege (2016)
  • Hochwasserschutz Schritt 2: Integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept (2016/2017)
  • Innenentwicklung: Infoabend und Schulung (2015), datenbankgestützte Analyse im Vitalitätscheck aller Gemeinden (2016)
  • Öffentliche Anerkennung:
    • 2016 Staatspreis „Land- und Dorfentwicklung“ (Sonderpreis)

Resümee

Ursprünglich zweckorientiert auf eine bessere Vermarktung ausgerichtet haben sich die Dorfschätze zu einem interkommunalen Verbund mit breit angelegtem Leitbild entwickelt. Eine Vielzahl umgesetzter Erfolgsprojekte stärken den Zusammenhalt und geben dieser Strategie recht. Eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und die intensiv gelebte Bürgerbeteiligung tragen zu dem hohen Bekanntheitsgrad und der großen Akzeptanz der Dorfschätze in der Region bei. Das Logo mit seinen Puzzlestücken versinnbildlicht, wie sich die neun Gemeinden gegenseitig ergänzen und bereichern.
Eine Besonderheit in diesem Prozess ist der Arbeitskreis „Dialog der Generationen“, der Menschen aller Bevölkerungsgruppen über die Gemeindegrenzen hinweg zusammenbringt. Er markiert den Beginn der Aktivitäten nach Erstellung des ILEK und ist in seiner Beständigkeit über die Jahre hinweg zugleich das gemeindeverbindende Kernstück. Neben der Stärkung des Gemeinschaftssinns werden auch in Zukunftsthemen wie Energiewende und Hochwasserschutz Projekte erfolgreich umgesetzt.
Projekte auf Google Maps